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Neues Ärztehaus in Wittenberg-West wurde offiziell eingeweiht

Neues Ärztehaus in Wittenberg-West wurde offiziell eingeweiht

Super Sonntag 29.06.2014
Ästhetisch, funktional, barrierearm: Beitrag zur Entwicklung des Quartiers.

Wittenberg (wg). „Das neue Ärztehaus in Wittenberg-West ist ein wesentlicher Baustein zur Entwicklung des Quartiers“, erklärte Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) aus Anlass der feierlichen Eröffnung am Donnerstagnachmittag. Das neue Versorgungszentrum werde auf Grund seiner günstigen Lage dazu beitragen, Brücken zwischen Piesteritz und Wittenberg-West zu schaffen. Die Realisierung des Vorhabens durch die Gesellschaft für Wohneigentum Wittenberg (Wigewe) zeigte, dass sich die städtebauliche Entwicklung keineswegs lediglich auf die Altstadt konzentriere. Nur ein gutes Miteinander trage Früchte, betonte der OB, eine Aussage, der Architekt Christi- an Meyer, Prokurist von bc Architekten + Ingenieure, nur zustimmen konnte: „Wir hatten einen unternehmerisch denken- den Bauherrn, Mieter mit dem Mut zu Neuem, leistungsstarke Firmen aus der Region und ein gutes Architekturbüro.“ Zum guten Miteinander hat auch die Wohnungsbaugenossenschaft Wittenberg (WBG) beigetragen, die für das neue Ärztezentrum das Grundstück bereitstellte. Wiwog und WBG bemühen sich gemeinsam um die Quartiersentwicklung.
Mit nur 14 Monaten Bauzeit wurde die Terminplanung voll eingehalten, mit 2,8 Millionen Euro der Kostenrahmen sogar geringfügig unterschritten, mit dem Projekt sei eine „Punktlandung“ gelungen, wie Rando Gießmann, Geschäftsführer der Wigewe betonte.
Dabei hatte bc-Geschäftsführer Architekt Helmut Keitel gar nicht mehr an der Realisierung eines Ärztehauses geglaubt: „Die Idee zum Projekt, ursprünglich angedacht für Piesteritz, entstand vor mehr als zehn Jahren.“ Alle Planungen wurden von bau consult gratis erstellt, doch scheiterte die Umsetzung an realitätsfernen Renditevorstellungen eines Westberliner Investors. Im Zuge der Quartiersentwicklung Wittenberg-West kam das Vor- haben doch noch zum Zuge – mit der Wigewe als neuen Investor.
In nur vier Monaten errichtete Bau-Union den Rohbau, 70 Tonnen Stahl und 800 Kubikmeter Beton wurden verarbeitet. Entstanden ist ein Objekt mit 1.700 Quadratmetern Nettofläche und 1.400 Quadratmetern Mietfläche, verteilt auf elf Nutzungseinheiten. Bis auf eine Einheit ist alles vermietet. Das 5.000 Quadratmeter große Grundstück bietet zudem Platz für 53 Stellplätze.
Der Bau in markanter Winkel- form und Dachterrasse verdankt sich dem Bemühen der Architekten um Flächenoptimierung mit Blick auf Wirtschaftlichkeit beim Bauen und bei den Betriebskosten. Im Zentrum des Objekts, dem Winkel, befindet sich das Treppenhaus mit Fahrstuhl als Erschließungskern. Ausgeführt wurde es als sogenanntes Sicherheits-Treppen- haus, das heißt: Ein Luftgebläse sorgt im Brandfall dafür, dass der Rauch aus dem Treppen- haus als einzigem Fluchtweg heraus und in die brennenden Räume zurückgeblasen wird. Dort öffnen sich dann automatisch die Fenster, und damit das Ganze auch im Ernstfall funktioniert, gibt es zwei getrennte Stromkreise. „Dass wir diese Variante realisieren konnten, verdanken wir der großen Unterstützung durch das Bauordnungsamt des Kreises Wittenberg“, lobte Meyer.
Von Anfang an wurden alle Mieter in der Planungsphase einbezogen. „So haben sich häufig die Grundrisse geändert, aber letztlich ist ein attraktiver und homogener Baukörper entstanden“, freute sich Gießmann. Im Objekt befinden sich vier Arztpraxen, ein Zahntechnik- Labor, ein Hörgeräte-Akustiker, eine Apotheke, häusliche Krankenpflege, Physiotherapie und ein Friseur – neben der medizinischen Versorgung bietet das Zentrum mithin weitere Dienstleistungen.
Im Vergleich zum alten Ärzte- haus in Piesteritz, der ehemaligen Poliklinik Friedrich Wolf, konnten am neuen Standort viele Verbesserungen realisiert werden, unter anderem kurze Wege und deutlich reduzierte Betriebskosten. Aufgrund des hohen Sanierungsstaus im Altobjekt wären die Investitions- kosten enorm hoch, eine Durchführung der Baumaßnahmen bei laufendem Betrieb der Arztpraxen unmöglich gewesen. Gleichwohl will sich der OB gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft um Perspektiven für das Objekt bemühen.