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Neubau der Evangelischen Gesamtschule fertig gestellt

Neubau der Evangelischen Gesamtschule fertig gestellt

Wittenberger Sonntag Magazin am 15.10.2018

Wittenberg (wg). 220 Schüler, 25 Lehrer und eine pädagogische Mitarbeiterin sind am Montag, dem 15. Oktober, in den Neubau der Evangelischen Gesamtschule „Philipp Melanchthon“ in der Friedrichstraße eingezogen. Es ist der erste Neubau einer Schule in privater Trägerschaft in Sachsen-Anhalt seit 1990. Bis zuletzt wurde an der Innenausstattung, zu der auch eine topmoderne medientechnische Ausrüstung gehört, und in den Außenanlagen gearbeitet.

„Am 23. Juni 2017 erfolgte der Spatenstich und jetzt erfolgt, trotz Kälte im Februar und extremer Hitze im Sommer, nach einer sehr sportlichen Bauzeit der Einzug“, berichtet Ingo Kliche im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Seit dem 1. Oktober ist das Gründungsmitglied des Evangelischen Schulzentrums als dem Trägerverein der Gesamtschule Geschäftsführer.

Für Schulleiterin Birgit Freihube erfüllen Schulen mit ihren Klassenzimmern und Fachkabinetten nicht nur eine funktionale Aufgabe, sondern sie sind der „dritte“ Pädagoge, der Einfluss darauf hat, ob Kinder Freude am Lernen haben. „In der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Kunst im und am Bau können die Kinder und Jugendlichen ihre Schule kreativ gestalten“, erklärt die Schulleiterin, „sie sollen sich mit ihrer Schule verbunden fühlen, es ist ihr Lebensraum.“

Der Trägerverein hat über Kredit investiert

Fünf Millionen Euro – 4,5 Millionen Euro für den Bau, 500.000 Euro für die neue Ausstattung – hat der Trägerverein über Kredit investiert, für Schulneubauten gibt es keine öffentliche Förderung, nur für energetische Sanierungen. „Da wir keine Förderung bekommen haben, mussten wir die Bauleistungen nicht öffentlich ausschreiben “, berichtet Kliche, „deshalb konnten wir die Aufträge an regionale Firmen vergeben.“

Seit 2013 haben BC Architekten + Ingeniere insgesamt neun Standorte untersucht, denn aufgrund des stetigen Wachstums der Evangelischen Gesamtschule war frühzeitig klar, dass die Raumkapazitäten im Altbau in der Geschwister-Scholl-Straße nicht ausreichen würden. „Wir haben das ehemalige Melanchthon-Gymnasium und die frühere Karl-Marx-Schule untersucht, diese und andere Gebäude waren entweder zu klein, ungeeignet oder der Eigentümer wollte nicht“, erklärt BC-Geschäftsführer Christoph Lück. Im Ergebnis habe man sich für einen Neubau in der Friedrichstraße entschieden, dort wo früher die Bugenhagenschule stand.

„Von Anfang an stand das Baubudget in Höhe von 4,5 Millionen Euro fest, der Betrag durfte auf keinen Fall überschritten werden“, betont Lück, „für Architekten eine anspruchsvolle Aufgabe, wobei wir den Kosten- und den Zeitrahmen auch dank der sehr guten Arbeit der baubeteiligten Firmen eingehalten haben.“

Die sehr kompakte Kubatur der Schule hängt zum einen mit dem vorgegebenen Budget zusammen, zum anderen garantiert diese in Verbindung mit Stahlbeton und schwerem Kalksandstein eine sehr gute energetische Bilanz, zu der auch die Versorgung mit Fernwärme durch die Stadtwerke beiträgt.

Innovatives Tafelsystem

„Schulen ans Netz ist für uns kein Thema, weil wir dank Wittenberg-Net über schnelles Internet mit 200 Mbit/s verfügen“, sagt Kliche. Die Schule ist mit einem internen Netzwerk sowie W-LAN ausgestattet. „Wir verfügen über ein modernes Tafelsystem, das gänzlich ohne Beamer auskommt und so erstmalig an einer Schule umgesetzt wurde“, freut sich die Schulleiterin, „bestehend aus einem interaktiven Monitor und einem Whiteboard.“ Auf dem Whiteboard kann der Lehrer ein ganz klassisches Tafelbild entwickeln – nur ohne Kreide, so kann jeder Lehrer entscheiden, welches System er einsetzt.

Lehrer mit Notebook

Dazu kommen zwei PC-Fachkabinette und zwei Klassensätze mit Tablets, alle Lehrer wurden zudem mit einem Notebook ausgestattet. Auf dem Weg in die digitale Welt wurden die Lehrer von Spezialisten geschult. „Wir bereiten unsere Schüler auf einen maßvollen, dafür professionellen Umgang mit digitaler Technik vor“, erläutert Kliche, „das Handyverbot in der Schule bleibt bestehen.“

Die neue Schule verfügt über 24 Klassenräume inklusive Fachkabinette (Chemie, Biologie, Physik), Vorbereitungsräume, Hauswirtschafts- und Technikkabinett, Räume für Musik und Kunst, zwei Lehrerzimmer und eine Aula, die gleichzeitig als Mensa dient. In der zweizügigen Gesamtschule lernen Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse, alle Schulabschlüsse bis zum Abitur können erworben werden. Nachmittags werden die AGs Sport, Kunst, Tanz, bilingualer Unterricht angeboten sowie Förderunterricht in den Kernfächern und zur Prüfungsvorbereitung.

Im Außengelände steht ein 2.000 Quadratmeter großer Schulgarten zur Verfügung, hier soll ein „grünes“ Klassenzimmer entstehen und hier wird sich die neu gegründete Imker-AG mit der Bienenzucht befassen.

Hinweis

Die offizielle Eröffnung für geladene Gäste erfolgt am 26. Oktober, am Nachmittag sind die Eltern der Schüler eingeladen.

Für alle Eltern, die ihre Kinder zum Schuljahr 2019/20 in die Evangelische Gesamtschule einschulen wollen, gibt es am 15. November um 19 Uhr einen Eltern-Informationsabend und am 17. November lädt die Schule von 10 bis 13 Uhr alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür ein