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SKW - Eröffnung Betriebskindergarten

Mitteldeutsche Zeitung vom 30.10.2014

BETRIEBSKINDERGARTEN SKW versteht neue Einrichtung als Investition in Mitarbeiter.

VON IRINA STEINMANN

WITTENBERG/MZ – „SKW, wir danken dir!“, tönt es heiter von der Sonnenterrasse über den weitläufigen Garten. Die Kinder singen, die Erwachsenen grinsen gerührt und der neue Betriebskindergarten des Düngemittel-Multis ist damit nun auch offiziell eröffnet. Ganz großer Bahnhof gestern Vormittag an der Dessauer Straße 122: Vom Ministerpräsidenten über den Landrat bis zum Oberbürgermeister erfreut sich die politische Öffentlichkeit an der knapp Vier-Millionen-Investition von SKW Piesteritz. Es ist der erste Betriebskindergarten im Landkreis überhaupt und SKW-Geschäftsführer Rüdiger Geserick versucht gar nicht erst, dieses Engagement als bloße gute Tat hinzustellen – dies ist ein Geschäft zum beiderseitigen Nutzen. „Mitarbeiter binden und finden“, lautet die Devise des Unternehmens, das damit auch weiterhin ein „attraktiver Arbeitgeber“ sein und „ganz vorne mitspielen“ möchte, so Geserick. Wirtschaftliche Effizienz und gesellschaftliches Engagement seien kein Widerspruch, lobt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) SKW und mag sich dabei einen kleinen Seitenhieb auf Arbeitgeber, die die demografische Entwicklung beklagten, aber selbst nichts dagegen täten, nicht verkneifen. Und Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) freut sich über den „Standortvorteil“ auch für die Stadt – und überreicht Kita-Leiterin Cornelia König als Geschenk eine CD-Box mit Märchen. Zwölf Jungen und Mädchen besuchen derzeit das Haus, das bereits im September öffnete (die MZ berichtete) und von der Dussmann KulturKindergarten GmbH aus Berlin betrieben wird. Vier weitere Kinder werden zu Monatsbeginn hinzukommen. Eines von ihnen ist Tamara, vier Jahre jung. „Das Konzept hat uns überzeugt“, sagt Thomas Gasser, ihr Vater, der in der Nachbarschaft arbeitet. Dazu gehört Zweisprachigkeit: Ab drei Jahre lernen die Kinder spielerisch Englisch (und dem Vernehmen nachgeben einige von ihnen auch schon richtig damit an zu Hause). Das große Plus des Betriebskindergartens sind freilich die überlangen Öffnungszeiten: von 5 bis gegen 22 Uhr. Die wissen auch Nancy Vikum und ihr Mann Uwe zu schätzen, deren vierjährige Tochter Leonie dort bereits betreut wird. Sie arbeite in Berlin und könne Leonie so noch in den Kindergarten bringen, bevor sie gegen 6 Uhr in die Hauptstadt aufbricht. Dass die Vikums wie auch Thomas Gasser selbst nicht bei SKW beschäftigt sind, ist nicht außergewöhnlich. Der Betriebskindergarten steht ausdrücklich allen offen, derzeit sind etwa die Hälfte dort die Kinder von Mitarbeitern, so SKW-Personalreferentin Yvonne Krüger. Das Verhältnis werde sich aber im Laufe der nächsten Monate zugunsten SKW verschieben. Schon jetzt lägen Bewerbungen für 2016 vor. Bevorzugt würden bei der Vergabe Schichtarbeiter, Alleinerziehende und Beschäftigte niedriger Lohngruppen. Zudem halte man Kapazitäten frei, um neuen Mitarbeitern, etwa Hochschulabsolventen, gleich bei der Bewerbung einen Kita-Platz mit anbieten zu können. Die Kinder freilich wissen von all dem nichts und haben sowieso ganz eigene Prioritäten. Der riesige Garten und vor allem der Spielplatz haben es ihnen angetan. Ihnen braucht man nicht zweimal sagen, was die Stiftungsratsvorsitzende der Dussmann Group, Catherine von Fürstenberg-Dussmann, den erwachsenen Eröffnungsteilnehmern riet: „Have fun!“