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Kita-Neubau in Kleinwittenberg

Kita-Neubau in Kleinwittenberg "Biene Maja" wird eröffnet

VON IRINA STEINMANN
WITTENBERG/MZ, den 31.08.2018

Die Eröffnung einer Kita ist deutlich abwechslungsreicher als die Freigabe einer Straße. Da wird gehibbelt am durchzuschneidenden Band und noch bevor die erste Schere überhaupt ausgeteilt ist, flattert das Band schon am Boden und muss von beflissenen Erwachsenen neu drapiert werden. Völlig normal. Die Freude – und, klar, auch die Aufregung wegen dieser vielen Erwachsenen – ist riesengroß Freitagmittag in der Kita „Biene Maja“ in Kleinwittenberg.

L in Gelb und Grün

Für gut 1,2 Millionen Euro, davon knapp 725 000 Euro Fördermittel hat die Stadt Wittenberg dem Nachwuchs im Viertel ein nigelnagelneues Haus hingestellt. Das L-förmige Gebäude in den Farben Grün und Gelb ersetzt einen historischen Vorgängerbau, der als nicht mehr zu retten galt. Niemand vermisst ihn.
Der Ersatzneubau sei „ein gutes Zeichen für den Stadtteil“, so Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), der das neue Haus der Presse vorführt. Für die 50 Kinder, die hier derzeit in Krippe (26) und Kindergarten (24) betreut werden – Platz ist für 60 -, bietet es sehr gute Bedingungen, wovon sich die Besucher später bei einem geführten Rundgang überzeugen werden. „Biene Maja“ ist eine kommunale Kita, ein „kleines, feines Haus“, „kein Luxus“, wie die Fachbereichsleiterin fürs Gebäudemanagement Gabriela Günther mit Blick auf den Fördermittelrahmen erklärt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir heute Eröffnung feiern können“, sagt Kita-Leiterin Sybille Schölzel und erinnert an die Zeit des Interims im früheren Ärztehaus Piesteritz, wo die Jungen und Mädchen wegen der Bauarbeiten für anderthalb Jahre untergebracht waren. Mitte Juli konnten sie dann plangemäß das neue Haus beziehen. Sie kennen es inzwischen also schon ganz gut.

Alles neu in hellem Holz

Realisiert hat das nur aus einem Erdgeschoss bestehende „L“ an der Robert-Koch-Straße das Wittenberger Büro „bc Architekten“ unter der Leitung von Christoph Lück, mit dem die Stadt bereits seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet. Beim Rundgang mit der stellvertretenden Kita-Leiterin Anna Ruhfus bekommt man einen imposanten Eindruck davon, wie sehr sich solche Einrichtungen seit den eigenen Kindertagen verändert haben. Es scheint an einfach alles gedacht worden zu sein – und alles ist bis ins letzte liebevolle Detail durchdacht: Rollenspielraum, Experimentierraum, das „Restaurant“ für die Größeren, die auch hier, wie Ruhfus betont, zu Selbstständigkeit erzogen werden. Man ist froh, nicht die alten Möbel weiternutzen zu müssen: 165 000 Euro investierte der kommunale Eigenbetrieb „KommBi“, zu dem auch die „Biene Maja“ gehört, laut Geschäftsführerin Anett Brachwitz in eine komplett neue Ausstattung; helles Holz herrscht vor. Wer hier seine Kindheit verbringt, so möchte man meinen, hat gute Voraussetzungen für sein weiteres Leben.
Ergänzt wird das neue Haus durch historische Bauten auf dem Gelände, allen voran die kleine Turnhalle. Der Backsteinbau, der derzeit im Inneren noch Vergangenheit atmet, soll nächstes Jahr saniert werden. Noch nicht ganz abgeschlossen sind, wie Sachgebietsleiterin Marina Georgi erklärte, die Arbeiten im Umfeld der Kita-Häuser. Gearbeitet wurde dort auch am Eröffnungstag. Beneiden dürften andere Kitas das „Natur- und Abenteuerhaus“, wie sich „Biene Maja“ nennt, jetzt schon. Seit Jahr und Tag zählt ein großes Grundstück zur Elbe hin zur Kita. Zwischen fast 300 Bäumen lässt es sich prächtig spielen. Schuhputzgerät am Eingang sorgt dafür, dass der Waldboden (hoffentlich) draußen bleibt.
Ein Wunsch ist allerdings noch offen. Als natur- und gesundheitsorientierte (und zertifizierte) Kita wünscht sich „Biene Maja“ einen Trinkbrunnen für draußen. Die Spendenaktion läuft.