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Gut aufgehoben bei Christophorus

Gut aufgehoben bei Christophorus

MEDIZINISCHE VERSORGUNG Nach 22 Monaten Bauzeit weiht die Klinik Bosse in Wittenberg ihre neue Sport und Therapiehalle ein. Gut neun Millionen Euro wurden investiert – Eigenmittel, das kommt nicht oft vor.

Mitteldeutsche Zeitung am 22.06.2017

WITTENBERG/MZ – Mit einem Festgottesdienst wurde am Mittwoch die neue Sport- und Therapiehalle der Alexianer-Klinik Bosse in Wittenberg eingeweiht. Am Standort Hans-Lufft-Straße sind auf etwa 3 600 Quadratmetern Bruttogeschossfläche nach Auskunft von Petra Stein gut 100 neue Räume, verteilt auf drei Etagen, entstanden. Ihr neues Domizil, so die Alexianer-Regionalgeschäftsführerin, hat dort die Physiotherapie der gesamten Klinik für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie die Ergotherapie der Neuorologie. Darüber hinaus zieht die Verwaltung im Neubau mit ein. Dessen aufwendigste Bestandteile seien das Bewegungsbecken und die Sport- und Therapiehalle gewesen. Die Investitionskosten für das Bauvorhaben, das in nur 22 Monaten
realisiert werden konnte, bezifferte Stein auf neun Millionen Euro und betonte, dass es sich um Eigenmittel handelte. Obwohl man also keine Fördermittel der öffentlichen Hand verbaut habe, wurde gleichwohl die Magdeburger Staatssekretärin im Arbeits- und Sozialministerium, Beate Bröcker, zur Einweihung eingeladen. Diese zeigte sich beeindruckt und betonte die Bedeutung einer guten Versorgung psychisch kranker Menschen – im Krankenhaus aber auch danach.Dazu soll es am 12. Oktober eine Fachkonferenz des Landesministeriums geben, bei der auch lokale Erfahrungen einbezogen werden sollen, so Bröcker. Mit Erfahrungen können sie in der Klinik Bosse reichhaltig dienen. Seit Ende der 1990er Jahre sind sie in der Hans-Lufft-Straße in einer seinerzeit auf der grünen Wiese
neu gebauten Klinik im Einsatz. Wie damals, so haben auch jetzt die Architekten der BFT Planung GmbH aus Aachen (mit Unterstützung lokaler Partner) den dritten Bauabschnitt geplant und realisiert. Diese Kontinuität spiegelt sich im Gesamteindruck der
Architektur wider: Der Neubau fügt sich so harmonisch in die vorhandenen Strukturen, als sei er immer schon da gewesen. An die zugrunde liegende Idee, dass es sich bei dem Krankenhaus um eine kleine Stadt handele, erinnerte am Mittwoch noch einmal BFT-Mann Rainer Dörter. Zentral erschlossen wird das Ganze über eine Magistrale und die verbindet nun auch den neuen Komplex mit „den bestehenden Stadtvierteln“. Apropos: Die Bedeutung der Einrichtung für die Kommune betonte ausdrücklich Wittenbergs Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos). „Die Bosse- Klinik ist ein prägender Faktor in der Stadtgesellschaft“, sagte er und zitierte Albert Einstein mit
den Worten: „Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir nicht tun.“ Kirchner unternahm auch einen kurzen Exkurs zu den Anfängen der Klinik und endete mit Zahlen aus der Gegenwart. Demnach verfügt die Klinik Bosse inzwischen über 130 Betten und 30 tagesklinische Plätze und beschäftigt 190 Mitarbeiter aus der Region. Auch das gehört in dieKategorie „wichtiger Faktor“ für die (Stadt-)Gesellschaft. Zum Festgottesdienst hatte man übrigens in die Sport- und Therapiehalle, die sich nach Norden hin zur Natur öffnet, eingeladen. Gestaltet wurde der Gottesdienst vom katholischen Ortspfarrer Markus Lorek gemeinsam mit dem Domkapitular und Caritasvorsitzenden im Bistum Magdeburg, Thomas Thorak. Lorek bezog sich in seiner Predigt auf den Heiligen Christophorus, dessen Namen nach einer Mitarbeiterbefragung die Therapiehalle trägt. Der Legende nach war Christophorus ein Riese, einer jedoch, der sich seiner Grenzen bewusst war. Er habe gespürt, dass er – trotz seiner körperlichen Stärke – nicht zum Führen taugt, umso mehr aber zum Dienen… Tatsächlich kann seine Geschichte ein Vorbild in der Arbeit für den Dienst am Nächsten sein.