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Freier Träger baut neue Schule in der Friedrichstraße

Freier Träger baut neue Schule in der Friedrichstraße

Wittenberger Sonntag Magazin am 28.01.2017

Evangelische Gesamtschule investiert circa fünf Millionen Euro

Wittenberg (wg). Noch im Frühjahr soll der symbolische Spatenstich für den Neubau der Evangelischen Gesamtschule Wittenberg erfolgen, Standort ist das Gelände der ehemaligen Johannes-Bugenhagen-Schule in der Friedrichstraße, die nach der Schließung abgerissen worden ist. Investiert werden circa fünf Millionen Euro, für einen freien Träger eine enorme Summe und große Herausforderung, da ohne Fördermittel gebaut wird.
„Ohne die Hilfe des Evangelischen Kirchenkreises wäre an eine Kreditaufnahme nicht zu denken gewesen“, erklärt Christoph Hasse, Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Schulzentrums Lutherstadt Wittenberg e.V., im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. „Unser Konzept hat sogar die kritischen Banker überzeugt und ist so sorgfältig angelegt, dass durch Geburtsfehler dieses ambitionierte Projekt auf keinen Fall gefährdet sein wird.“
Der zweigeschossige Bau mit circa 3.000 Quadratmetern Brutto-Grundfläche und 18 Unterrichtsräumen ist ganz auf die pädagogischen Bedürfnisse der Evangelischen Gesamtschule abgestimmt, die Raumstruktur sieht Zweizügigkeit in den Klassen 5 bis 13 vor. bc Architekten und Ingenieure haben das Vorhaben von Anfang an mit Entwürfen und Studien – auch zu Alternativstandorten – begleitet, beim Entwurf wurden die Lehrer einbezogen.
„Es wird ein funktionaler Bau“, kündigt Hasse an. Ein Schallschutzplaner ist für die Auswahl der optimalen Materialien für Fußböden, Decken, Innenwände, Fenster und Türen zuständig. Die Klassenzimmer werden multifunktional konzipiert, jeder Raum bekommt eine Verkabelung für Multimedia sowie WLAN, zudem eine Systemsteuerung, die erkennt, wie viele Personen sich im Raum aufhalten und die dementsprechend die Beleuchtung regelt. Eine automatische Schließanlage mit Transpondern für die Lehrer schützt vor Amokläufen.
Alle Räume erhalten „Whiteboards“, die interaktiven digitalen Tafeln sind mit einem Computer verbunden. Jeder Lehrer kann seine Unterrichtseinheit auf den Schulserver hoch laden und per Beamer an die Tafel projizieren. Fachkabinette für Sprachen, Naturwissenschaften, Musik und Kunst sowie eine Bibliothek sind vorgesehen. Natürliches Licht hat Vorrang, die Heizung erfolgt über Fernwärme der Stadtwerke und ein Drittanbieter errichtet auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage zur Versorgung mit Strom.
„Was wir jetzt aus finanziellen Gründen noch nicht realisieren können, wird aber in der Planung durch entsprechende Anschlüsse berücksichtigt“, so Hasse. Der Schulneubau ist für 450 Kinder und Jugendliche ausgelegt, bei Bedarf kann der Neubau sowohl in der Längs-, als auch in der Querachse erweitert werden. 199 Schüler besuchen aktuell die Evangelische Gesamtschule, im Schuljahr 2017/18 werden weitere 44 Schüler dazu kommen, pro Klasse 22 – insgesamt lagen mehr als 90 Bewerbungen vor.
„Schon beim Start der Schule am 1. August 2011 war uns bewusst, dass die Räume im Gebäude der Geschwister-Scholl-Schule nicht ausreichen werden“, berichtet Hasse. Deshalb habe man nach Alternativen gesucht, die letztlich nicht realisierbar waren. „Schnell und unkompliziert wurde uns dann von der Stadt das Grundstück in der Friedrichstraße angeboten“, so Hasse. Für den Standort spreche die zentrumsnahe Lage und die gute Erreichbarkeit, zu Fuß sind es nur sechs Minuten vom Hauptbahnhof, zudem wird in der Friedrichstraße eine Haltestelle für Schulbusse eingerichtet.
Es ist der erste Schulneubau einer freien Schule in Sachsen-Anhalt, aber dass es nur Fördermittel für die energetische Sanierung im Bestand, nicht aber für einen Neubau gibt, ist weder für den Vorstand noch für die Eltern nachvollziehbar, zumal dieser Neubau energetisch auf dem modernsten Stand sein wird.