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Eröffnung des Medi Zentrum Piesteritz

Kleines Ärztehaus

Mitteldeutsche Zeitung vom 29.03.2014

VON IRINA STEINMANN
WITTENBERG/MZ – Grün ist die Hoffnung. Quietschgrün, um genau zu sein. Quietschgrün die Wände, die Shirts der Mitarbeiterinnen, dito die Plastikgläschen voller Wasser, aber Sekt gibt es natürlich auch. Zahnarzt Jörg Borchart und seine Frau Silke, die Apothekerin von nebenan, feiern die Neueröffnung, nein, nicht nur der Praxis – an der Pappelbrücke haben die beiden ein ganzes neues Haus gebaut: das “Medi-Zentrum Piesteritz”, ein veritables kleines Ärztehaus.
Für die Borcharts war es “nur” ein Umzug aus dem Nachbarhaus, wo sich nach wie vor die Apotheke und auch Teile der Zahnarztpraxis befinden, zwei weitere Ärzte sind hinzugezogen, der Internist Arwed Ziegler und Enawgaw Mengistae, Gynäkologe. Für Ziegler ist es ein Umzug ein paar Hausnummern die Dessauer Straße hinunter in die Nummer 64, mit nun deutlich besseren Bedingungen wie etwa zwei Behandlungszimmern. Für Mengistae, vormals leitender Oberarzt am Paul-Gerhardt-Stift, ist es die erste eigene Praxis in Wittenberg überhaupt. “Die Herausforderung nehme ich an”, sagte er strahlend.
“Wir hoffen, dass wir einen Ort geschaffen haben”, der den Menschen “die Lebensqualität wiedergibt oder verbessert”, erklärte Zahnarzt, Bauherr und Vermieter Borchart am Freitagmittag vor seinen Gästen (die noch viele weitere Grüntöne mitgebracht hatten). Ein Haus, das eine “optimale medizinische Versorgung” und ebensolche Bedingungen für Patienten und Mitarbeiter biete. Von einem “klaren Signal für den Stadtteil Piesteritz” sprach Bürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). “Wir freuen uns sehr, dass diese Investition stattfindet”, erklärte er auch mit Blick auf die beteiligten hiesigen Firmen. Die äußere Anmutung des Hauses nannte er “mutig”.
Das kann man wohl sagen. Das Eckhaus, entstanden binnen Jahresfrist seit April 2013, verhehlt seine Entstehungszeit nicht. Der zweigeschossige Quader mit leicht auskragendem Obergeschoss prägt nun die Kreuzung – und das solle so ein Gebäude in einer solchen Lage ja auch, wie Architekt Christoph Lück hervorhob. “Das ist ein sehr, sehr wichtiges Haus für Piesteritz.” Dass es, wie Lück als positiv erwähnte, an einer Hauptverkehrsstraße liege und im Jubiläumsjahr 2017 hier der ganze Besucherverkehr vorbeikommen werde, dürften manche Piesteritzer, die Anwohner der Dessauer Straße, freilich nicht so gern hören…
An der Stelle des Neubaus stand früher ein altes Gebäude, in dem sich eine Fleischerei befand, das Apothekenhaus rechts daneben, das stark umgebaut wurde und im Erdgeschoss einen direkten Zugang zu den Praxen hat, ist schon seit langem im Besitz der Familie von Silke Borchart, “es ist das Haus meiner Großeltern”, erzählte die Wittenbergerin. Beides zusammen ist nun das Medi-Zentrum.