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Besucherempfang und Zeughaus in Kür

Besucherempfang und Zeughaus in Kür

WETTBEWERB Wittenberger Architektenbüro reicht insgesamt drei Beiträge für Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung ein.

Mitteldeutsche Zeitung am 30.06.2017

WITTENBERG/MZ –
Kaum ein markantes Gebäude aus jüngerer Zeit in der Lutherstadt, an dem das Wittenberger Büro „bc architekten“ nicht mitgebaut hätte. Die Aktivitäten der Architekten rund um Geschäftsführer Helmut Keitel haben das heutige Bild der alten Stadt wesentlich geprägt – und dies soll nun möglichst auch mit Wettbewerbslorbeer gekrönt werden: Das Büro bewirbt sich mit „Zentralem Besucherempfang“ und Zeughaus um den so genannten Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung. Die Bewerbung, sagte Architekt Keitel am Donnerstag vor der Presse im Neuen Rathaus, sei auch eine „Referenz an die Stadt“. Für die schließlich entstand – bereits als Objekt der Internationalen Bauausstellung (IBA 2010) – der Museumsbau des Zeughauses (Artilleriewagenhaus No. 2) und der aus Neubauten und sanierten Gebäuden bestehende Besucherempfang (Stadthaus, Ratsarchiv, Historische Stadtinformation). Dabei gehen die bc-Architekten noch mit einem dritten Beitrag in den Wüstenrot-Wettbewerb, dem Science Center „Futurea“, für das im Auftrag des Chemieunternehmens SKW zwei historische Gebäude am Wittenberger Marktplatz im Inneren komplett umgestaltet wurden. Während Barrierefreiheit für alle drei genannten Objekte ins Feld geführt wird – und bei Altbauten stets eine besondere Herausforderung darstellt – so hoffen Keitel und Co. mit den ausgewählten Gebäuden im Wettbewerb insbesondere unter dem Aspekt einer „nachhaltigen Nutzung“ mit „besonderem Anspruch“ zu punkten. Bei den Gebäuden am Arsenalplatz handelt es sich schließlich um „Konversionsobjekte“, ehemalige – zuletzt russische – Militäranlagen, die aufwändig für zivile Zwecke umgebaut worden sind. Dass die
Öffentlichkeit das Zeughaus derzeit in den oberen Etagen noch nicht als den großzügigen Museumsbau erleben kann, der aus ihm 2010 nach Entfernung kleinteiliger Einbauten geworden ist, wie Keitels Kollege Christoph Lück ausführte, liegt bekanntlich an einer nach wie vor bestehenden Zwischennutzung als Bibliothek. Der Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 15 000 Euro dotiert, hinzu kommen mehrere ebenfalls finanziell unterfütterte „Anerkennungen“. Ergebnisse eines früheren Wettbewerbs – zum Thema Kirchbau – sind derzeit in der Exerzierhalle zu sehen. Die sei zunächst übrigens selbst als Wettbewerbsbeitrag im Gespräch gewesen, so Lück, man habe sich dann aber fürs Science Center entschieden. Was davon Chancen bei der Jury hat, wird man gegen Ende des Jahres wissen, so Keitel. Erfreut über die Teilnahme zeigten sich Oberbürgermeister und Bürgermeister Wittenbergs.